Wednesday, 7. july 2010 3 07 /07 /Juli /2010 08:30

zum ersten Teildes Törnberichts

 

13.10.

 

Endlich vernünftiges Segelwetter:  27° Lufttermperatur, 26° Wasser und eine recht gleichmäßiger Wind mit 3 Bft.

Also zügig gefrühstückt, das Boot aufgeklart und raus aus dem Hafen.

Da dies nun die ersten Segel-"Schritte" mit der Oceanis waren, haben wir vor dem Hafen von Port de Bormes erst noch einige Manöver durchgeführt, um zu sehen, wie das Schiff so reagiert. Hier erlebten wir keinerlei Überraschungen und konnten alle Manöver, sowohl unter Maschine als auch unter Segel durchführen.

Unter Maschine reagierte die Oceanis durch den Wellenantrieb deutlich direkter als die Bavaria mit ihrem Saildrive,

 

Nachdem wir uns auf der Oceanis eingewöhnt hatten, legten wir, wie zwei Tage zuvor, Kurs auf Ile de Cros. Unsere Freunde auf der Bavaria waren schon etwas früher in diese Richtung gefahren, denn die waren aufgrund des ersten Tages, den wir allesamt ja auf ihrem Schiff zugebracht hatten, natürlich im Vorteil.

 

Allerdings, und das zeigte sich nicht nur bei diesem Schlag, sah es ganz so aus, als ob die Oceanis 37 doch ein ganzes Stück besser durchs Wasser läuft als die Bavaria 38 Cruiser. Keine Ahnung, ob das nur in diesem direkten Vergleich so ist (mit genau dieser Segelbestückung), oder ob die Oceanis grundsätzlich Vorteile diesbezüglich hat.

Auf jeden Fall, holten unsere Freunde noch deutlich vor Ile de Cros ein.

 

Da es noch zu früh war, um hier an einer Boje festzumachen und Kaffee zu tri

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nken, entschlossen wir, von dort direkt weiter Ile de Porquerolles zu fahren, wo es - laut Google-Maps Luftansicht - einige vielversprechende Stranabschnitte zu geben scheint.

 

Nach insgesamt fast 24 Seemeilen und inzwischen fast eingeschlafenem Wind warfen wir dann vor dem langgezogenen Strandabschnitt ca. 1,5 km östlich des Hafens Port de Porquerolles unseren Anker, vertäuten die beiden Boote und kochten uns einen Kaffee. Die Kinder furhen derweil mit den Dinghis rüber zum Strand, um dort in warmen, kristallklaren Wasser und feinem Sand ihren Spass zu haben.

 

Der Nachmittag neigte sich dem Abend, der Wind war bereits schlafen gegangen, die See war spiegelglatt, genügend Proviant an Bord. Was also sollte dagegen sprechen, heute Nacht an genau diesem wunderbaren Fleck zu bleiben, anstatt in den Hafen zu fahren?

 

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Damit jedes Schiff seinen eigenen Anker ausbringen konnte, lösten sich unsere Freunde gegen 20:00 von uns und brachten in ca. 100m ihren eigenen Anker raus. Danach bereiteten wir unser Abendessen an Bord zu, nahmen später noch ein Bad in dem herrlich warmen Wasser und ließen den Abend mit einer Flasche Rotem ausklingen.

 

Aaber ... trügerische Stille ... gegen 22:30 kam von Land her immer stärker werdender Wind auf. Durch die Strecke, die zwischen dem Festland und Porquerolles liegt, konnte der Wind auch die See schon recht ordentlich aufwühlen.

Ausserdem waren wir durch den Mistral vom Tag zuvor gewarnt: wenn der Wind inzwischen 4-5 Bft. wieder bis auch 6, 7 oder noch mehr hochgeht, macht hier keiner diese Nacht ein Auge zu. Hält der Anker, können wir uns im Notfall aus der Legerwall befreien, ...?

 

Um 23:30 trafen wir dann die Entscheidung, die Maschinen zu starten, die Anker zu lichten und nach Port de Porquerolles einzulaufen und uns dort an einem Steg (am besten an der See-Seite, dann würden wir durch den Wellenbrecher von Wind und Welle verschont) festmachen.

Da noch keiner von uns vorher jemals in diesem Hafen war und es pechschwarze Nacht war, mussten erst die nautischen Unterlagen konsultiert werden: wo gibt´s Untiefen, welche Befeuerung zeigt den Weg, wo können wir erst mal festmachen ....

 

14.10.

 

Um kurz nach Mitternacht liefen wir in Tuckerfahrt in Port Porquerolles ein und haben uns erst mal an dem Fähranlieger vertäut, um dann zu Fuss die Marina nach passenden, freien Liegeplätzen zu erkunden.

Bis wir zwei adäquate Plätze ausgemacht hatten, gegen den voll auf den Backbordbug drückenden 5er Wind die Boote wieder von dem Fähranleger los hatten ("Eindampfen in die Spring" sollte man unbedingt schon mal geübt haben!) und die Schiffe bei dem Wind und finsterer Nacht rückwärts in die Liegeboxen manövriert und festgemacht hatten, war es gut 1:00.

Jetzt hatten wir uns wirklich die 2.te Flasche Roten verdient, denn ohne die hätte sonst nach der Aufregung eh keiner schlafen können.

 

Der Tag selbst war recht unspektakulär:  wir wachten auf, frühstückten und liefen bei bedecktem Himmel und 3-4 Bft. gegen 12:00 aus, fuhren an Grand Ribeaud vorbei auf Le Niels zu, entschieden aber, dass heute alles grau in grau und unfreundlich ist, nicht wirklich gute Laune aufkam und wir doch lieber nach Porquerolles zurückkehrten, wo wir nach 15sm gegen ca. 16:00 wieder einliefen.

 

Einen Spaziergang durch den Ort, Abendessen an Bord, Karten spielen bis Urhres ... das war´s dann auch.

 

15.10.

 

Das Wetter schien heute wieder besser, aber nachdem wir am Vortag die Schönheit der Insel anschnuppern konnten, wollten wir - so lange es noch nicht wirklich ganz ideales Wetter hatten - die Insel mal komplett erkunden.

Zu Fuss oder zu Rad, das war hier die Frage?

Wir entschieden auf Fussmarsch, denn wir vermuteten, dass viele Stellen garnicht zu Rad erreichbar sein würden.

Was wir vorfanden, war eine sehr vielseitige Vergatation, unterschiedlichste Küstenabschnitte, lauschige Strässchen, historische Bauten und Ruinen, kurz:  unbedingt eine (oder auch zwei) Reisen wert!

 

Hier einige, wenngleich wenige Impressionen von Porquerolles:

Der erste Blick nach dem Aufwachen DSCF3880

Ansichten im Ort selbst DSCF3808  und eine vielseitige Küste mit herrlichen Strandabschnitten DSCF3858 

 

Da es auf Porquerolles so viel zu entdecken gab sind wir erst am späten Nachittag von unserem Insel-Rundmarsch zum Boot zurückgekommen. Wir entschieden, an diesem Tag überhaupt nicht mehr raus zu fahren, sondern im Ort noch was einzukaufen und unser Essen an Bord zuzubereiten.

 

16.10.

 

Der vorletzte Tag (eigentlich schon der letzte, denn am 17.ten müssen wir das Boot bis 10:00 zurückgeben) bricht an.

Herrlicher Sonnenschein, nur leider 0 bis max. 1 Bft. Wind.

Schade, denn eigentlich wollten wir um die Aussenseiten der Hyeres-Inselgruppe, also der dem Mittelmeer und nicht dem Festland zugewandten Seite, den Schlag zurück nach Bormes fahren.

Nur mit dem Wind wird das nix.

Also unter Maschine wieder in Richtung Ile de Cros zurück.

Unterwegs kam dann doch noch ein bißchen mehr Wind auf, so dass wir zusätzliche noch das Gross ausgerollt haben.

Aber dann gab es kurz nach der Passage von Cros doch noch einen versöhnlichen Abschluss:  der Wind drehte auf recht konstante 3-4 Bft. auf und kam fast querab zu unserem Kurs von Cros nach Bormes, so das wir mit Halbwind bei einer wunderbaren 1-1,5m hohen, langgezogenen Dünung einen traumhaften Ritt in den Heimathafen hatten.

Da wir dann ziemlich schnell waren (haben bis zu 8,4 Kn. erreicht), kamen wir natürlich sehr früh in Bormes an. Da noch niemand in den Hafen wollte, schlossen wir den Tag mit noch weiteren 2-3 Std. Manöverfahren vor dem Hafen ab,

 

17.10.

 

Aufwachen, Frühstücken, Boot ausräumen, Rückgabe der Schlüssel, traurig, dass die Woche schon zu Ende ist, aber mit der Erkenntniss, bis auf den Mistral-Tag und den einen grauen Tag, an dem keine Laune aufkam, wir eine tolle Zeit hinter uns hatten. Viel Sonne, warmes Wasser, schöne Inseln ... und weitere 80 Seemeilen auf dem Konto.

 

von bongotom - veröffentlicht in: Reisen, Bootstörns
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