Dienstag, 27. oktober 2009
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Über die Segelschule Costa Maritim, Wiesbaden, hatten wir vom 10.10.2009 bis 17.10.2009 zwei Boote bei dem Kiriacoulis-Stützpunkt
Point d´amure in Port de Bormes an der Cote-Azur gebucht.
Es handelte sich hierbei um eine Beneteau Oceanis 37 und eine Bavaria 38 Cruiser. Wir haben uns für Schiffe dieser Größe entschieden, da dies der erste Törn war, an dem nicht noch ein Skipper mitfuhr und diese Schiffsgröße sehr gut alleine mit der Familie zu handhaben sind, ohne dass aber in dem einwöchigen Urlaub Platznot aufkommt.
Die Anfahrt nach Port de Bormes war reibungslos, wenngleich sich das Stück von Marseille bis zum Ziel doch länger zieht als erhofft. In Bormes muss auf die Beschilderung zum Nautic Centre geachtet werden und in der Marina selbst ist man erst mal kurz überfordert, wo man parken darf und wo sich u.U. hinter einem die Schranken schließen.
Allerdings wird das im Herbst offenbar alles nicht mehr so eng gesehen, so dass man am besten durch den Tunnel unter den Marina-Häusern durchfährt, sich dahinter links hält und kurz hinter der Schranke erst mal anhält, um sich im Kiriacoulis Point d´amure zu melden.
Nach der Anmeldung bei der sehr freundlichen und zuvorkommenden Florence Brin erhält man die Bootsdokumente samt Schlüssel und kann dann an Bord gehen. Dazu muss man von dem o.g. Parkplatz nur noch ca. 100m weiter geradeaus fahren, um zur Flotte von Kiriacoulis zu gelangen. Hier parkt man (siehe Foto rechts) Auto zu Boot praktisch Heck-an-Heck - extrem praktisch und bequem zum Ein- und Ausladen.
Allerdings ist über Herbst und Winter das Parken an dieser Stelle eigentlich verboten, da es (hierzu liegt ein beeindruckendes Bild bei den Bootsdokumenten) bei schweren Stürmen vorkommt, dass die Brecher über die Mauer (s.u.) hinweggehen und die dort stehenden Autos beschädigen.
Zustand und Ausstattung der beiden Boote war gut bis sehr gut, so dass vieles, was man laut Charter-Checklisten als sinnvolles Equipment von zuhause mitbringen soll, überflüssig war.
Es gab tatsächlich nichts, was wir als fehlend zu bemängeln hätten.
Lediglich die Sauberkeit der der Oceanis war ein Kritikpunkt. Hier hatte das Reinigungspersonal unter Deck offenbar nur schnell und oberflächlich aufgeräumt, denn da gab es doch ein paar recht offensichtliche Versäumnisse. Dies haben wir bei der Einweisung reklamiert und mit Mme.Brin zur beiderseitigen Zufriedenheit geklärt.
Am Tag nach dem Einchecken wollten wir - zur Auffrischung der Kenntnisse - doch noch mal einen Tag mit einem Skipper rausfahren, auch um das Handling der Boote besser kennenzulernen und auch ein paar Tipps zum Revier zu erhalten, denn schließlich waren wir hier zum ersten (aber sicher nicht zum letzten!) Mal.
Hierzu hatten wir einen deutschsprachigen Skipper für angefordert. So konnten wir am Sonntag mit Alex, der wohl primär Mechaniker bei Point dámure ist aber natürlich auch lange Segelerfahrung hat, ausgiebig die Bavaria kennenlernen und das Revier zwischen Bormes und Ile de Cros erkunden. Zahlreiche Tricks beim Manöver fahren mit Segeln und auch unter Maschine, gute Hinweise zum Revier und einige interessante allgemeine Hinweise haben wir hierbei von ihm erhalten.
Zusammen mit einem Badestopp bei 26° Luft- und Wassertemperatur in der Bucht vor Le Gau haben zu einem tollen Sonntag beigetragen.
Unsere Törnbeschreibung (von Sonntag 11.10. bis Freitag 16.10.) kommt in einem der nächsten Artikel.
Hier aber noch mal ein kurze Auflistung von Pro und Contras im direkten Vergleich der beiden Schiffe als Blauwasser-Familien-Cruiser.
Zunächst sind beide Schiffe nahezu gleich ausgestattet: Rollfock, Rollgroß, elektr. Ankerwinsch, doppelte UKW-Anlage, Navtex, GPS, Kartenplotter, Rettungsinsel, etc.
Darüber hinaus war die Bavaria 38 Cruiser gegenüber der Oceanis mit einer stärkeren Maschine und einer leistungsfähigeren Lichtmaschine ausgestattet. Die Kabinen waren trotz nur weniger Zentimeter Bootslänge spürbar größer und/oder geräumiger geschnitten als auf der Oceanis und verfügten über deutlich mehr Luken, die auch als Fluchtluken genutzt werden können. Insgesamt war die Verarbeitung des Interieurs besser und stabiler als bei der Beneteau, wenngleich der Salon und die Holzfarbe einen etwas altbackenen Eindruck machten.
Dafür waren die Stauräume unter der Sitzgelegenheiten deutlich besser zugänglich und ein Gasabsperrhahn direkt am Einlass in die Pantry gibt eine gewisse Sicherheit.
An Deck ist als praktisches Detail die ausklappbare Badeplattform hervorzuheben, die auch als Gangway-Ersatz genutzt werden konnte. Allerdings - kein Licht ohne Schatten - hat es auf der Bavaria selbst bei hochgeklappter Badeplattform keinen brauchbaren Sitz für den Steuermann. Dafür gibt es beim vorwärts Anlegen einen Vorteil, denn da ist die Einstiegshilfe mit einem Tritt im Bugkorb sehr nützlich.
Die Beneteau Oceanis 37 wirkte dafür insgesamt etwas moderner und sportlicher. Das Interieur ist sehr elegant und mit dem gewählten Holzton sehr fri
sch (siehe Bild links). Ein riesiger Kühlschrank
(entgegen der Kühlbox auf der Bavaria) sorgt für ordentlich verstaute und ausreichend gekühlte Lebensmittel.
Seltsam fanden wir, dass es praktisch in keiner Kabine ein Fluchtluk gab und dass die winzigen Luken zudem so schwer zu bedienen waren, dass unsere Kinder die überhaupt nicht schließen konnten
Die Plicht ist sehr breit und sportlich, bietet ausreichend Bewegungsfreiheit und Sitzgelegenheiten für alle Kurse und ermöglicht das beidseitige Umgehen des Steuerrades (bei der Bavaria musste man da jedes Mal auf die Sitzbank steigen und sich vorbeischlängeln). Obwohl das Schiff entgegen der Bavaria mit einer spürbar schwächeren Maschine ausgestattet war, erlaubte die Wellenanlage (Bavaria war mit Saildrive ausgestattet) ein präziseres Steuern vorwärts wie rückwärts.
Dafür fehlte der Oceanis eine vierte Winsch (2 Fockwinschen und lediglich eine Winsch auf der Kabine für das restliche Gut), hier hat man schlicht gespart und mutet der Crew eben einfach häufigeres Umlegen der Schoten zu. Zudem war das Gestänge des Bimini-Tops so unglücklich nahe an den Winschen positioniert, dass man das Gestänge Wegdrücken musste, um nicht bei jeder Kurbelumdrehung mit der Hand dagegenzuschlagen.
Unser Fazit: die Oceanis ist das deutlich schönere und elegantere Schiff, unter technischen und Sicherheitsaspekten hat aber die Bavaria die Nase vorn.
Es handelte sich hierbei um eine Beneteau Oceanis 37 und eine Bavaria 38 Cruiser. Wir haben uns für Schiffe dieser Größe entschieden, da dies der erste Törn war, an dem nicht noch ein Skipper mitfuhr und diese Schiffsgröße sehr gut alleine mit der Familie zu handhaben sind, ohne dass aber in dem einwöchigen Urlaub Platznot aufkommt.
Die Anfahrt nach Port de Bormes war reibungslos, wenngleich sich das Stück von Marseille bis zum Ziel doch länger zieht als erhofft. In Bormes muss auf die Beschilderung zum Nautic Centre geachtet werden und in der Marina selbst ist man erst mal kurz überfordert, wo man parken darf und wo sich u.U. hinter einem die Schranken schließen.
Allerdings wird das im Herbst offenbar alles nicht mehr so eng gesehen, so dass man am besten durch den Tunnel unter den Marina-Häusern durchfährt, sich dahinter links hält und kurz hinter der Schranke erst mal anhält, um sich im Kiriacoulis Point d´amure zu melden.
Nach der Anmeldung bei der sehr freundlichen und zuvorkommenden Florence Brin erhält man die Bootsdokumente samt Schlüssel und kann dann an Bord gehen. Dazu muss man von dem o.g. Parkplatz nur noch ca. 100m weiter geradeaus fahren, um zur Flotte von Kiriacoulis zu gelangen. Hier parkt man (siehe Foto rechts) Auto zu Boot praktisch Heck-an-Heck - extrem praktisch und bequem zum Ein- und Ausladen.
Allerdings ist über Herbst und Winter das Parken an dieser Stelle eigentlich verboten, da es (hierzu liegt ein beeindruckendes Bild bei den Bootsdokumenten) bei schweren Stürmen vorkommt, dass die Brecher über die Mauer (s.u.) hinweggehen und die dort stehenden Autos beschädigen.

Zustand und Ausstattung der beiden Boote war gut bis sehr gut, so dass vieles, was man laut Charter-Checklisten als sinnvolles Equipment von zuhause mitbringen soll, überflüssig war.
Es gab tatsächlich nichts, was wir als fehlend zu bemängeln hätten.
Lediglich die Sauberkeit der der Oceanis war ein Kritikpunkt. Hier hatte das Reinigungspersonal unter Deck offenbar nur schnell und oberflächlich aufgeräumt, denn da gab es doch ein paar recht offensichtliche Versäumnisse. Dies haben wir bei der Einweisung reklamiert und mit Mme.Brin zur beiderseitigen Zufriedenheit geklärt.
Am Tag nach dem Einchecken wollten wir - zur Auffrischung der Kenntnisse - doch noch mal einen Tag mit einem Skipper rausfahren, auch um das Handling der Boote besser kennenzulernen und auch ein paar Tipps zum Revier zu erhalten, denn schließlich waren wir hier zum ersten (aber sicher nicht zum letzten!) Mal.
Hierzu hatten wir einen deutschsprachigen Skipper für angefordert. So konnten wir am Sonntag mit Alex, der wohl primär Mechaniker bei Point dámure ist aber natürlich auch lange Segelerfahrung hat, ausgiebig die Bavaria kennenlernen und das Revier zwischen Bormes und Ile de Cros erkunden. Zahlreiche Tricks beim Manöver fahren mit Segeln und auch unter Maschine, gute Hinweise zum Revier und einige interessante allgemeine Hinweise haben wir hierbei von ihm erhalten.
Zusammen mit einem Badestopp bei 26° Luft- und Wassertemperatur in der Bucht vor Le Gau haben zu einem tollen Sonntag beigetragen.
Unsere Törnbeschreibung (von Sonntag 11.10. bis Freitag 16.10.) kommt in einem der nächsten Artikel.
Hier aber noch mal ein kurze Auflistung von Pro und Contras im direkten Vergleich der beiden Schiffe als Blauwasser-Familien-Cruiser.
Zunächst sind beide Schiffe nahezu gleich ausgestattet: Rollfock, Rollgroß, elektr. Ankerwinsch, doppelte UKW-Anlage, Navtex, GPS, Kartenplotter, Rettungsinsel, etc.
Darüber hinaus war die Bavaria 38 Cruiser gegenüber der Oceanis mit einer stärkeren Maschine und einer leistungsfähigeren Lichtmaschine ausgestattet. Die Kabinen waren trotz nur weniger Zentimeter Bootslänge spürbar größer und/oder geräumiger geschnitten als auf der Oceanis und verfügten über deutlich mehr Luken, die auch als Fluchtluken genutzt werden können. Insgesamt war die Verarbeitung des Interieurs besser und stabiler als bei der Beneteau, wenngleich der Salon und die Holzfarbe einen etwas altbackenen Eindruck machten.
Dafür waren die Stauräume unter der Sitzgelegenheiten deutlich besser zugänglich und ein Gasabsperrhahn direkt am Einlass in die Pantry gibt eine gewisse Sicherheit.
An Deck ist als praktisches Detail die ausklappbare Badeplattform hervorzuheben, die auch als Gangway-Ersatz genutzt werden konnte. Allerdings - kein Licht ohne Schatten - hat es auf der Bavaria selbst bei hochgeklappter Badeplattform keinen brauchbaren Sitz für den Steuermann. Dafür gibt es beim vorwärts Anlegen einen Vorteil, denn da ist die Einstiegshilfe mit einem Tritt im Bugkorb sehr nützlich.
Die Beneteau Oceanis 37 wirkte dafür insgesamt etwas moderner und sportlicher. Das Interieur ist sehr elegant und mit dem gewählten Holzton sehr fri
sch (siehe Bild links). Ein riesiger Kühlschrank
(entgegen der Kühlbox auf der Bavaria) sorgt für ordentlich verstaute und ausreichend gekühlte Lebensmittel.Seltsam fanden wir, dass es praktisch in keiner Kabine ein Fluchtluk gab und dass die winzigen Luken zudem so schwer zu bedienen waren, dass unsere Kinder die überhaupt nicht schließen konnten
Die Plicht ist sehr breit und sportlich, bietet ausreichend Bewegungsfreiheit und Sitzgelegenheiten für alle Kurse und ermöglicht das beidseitige Umgehen des Steuerrades (bei der Bavaria musste man da jedes Mal auf die Sitzbank steigen und sich vorbeischlängeln). Obwohl das Schiff entgegen der Bavaria mit einer spürbar schwächeren Maschine ausgestattet war, erlaubte die Wellenanlage (Bavaria war mit Saildrive ausgestattet) ein präziseres Steuern vorwärts wie rückwärts.
Dafür fehlte der Oceanis eine vierte Winsch (2 Fockwinschen und lediglich eine Winsch auf der Kabine für das restliche Gut), hier hat man schlicht gespart und mutet der Crew eben einfach häufigeres Umlegen der Schoten zu. Zudem war das Gestänge des Bimini-Tops so unglücklich nahe an den Winschen positioniert, dass man das Gestänge Wegdrücken musste, um nicht bei jeder Kurbelumdrehung mit der Hand dagegenzuschlagen.
Unser Fazit: die Oceanis ist das deutlich schönere und elegantere Schiff, unter technischen und Sicherheitsaspekten hat aber die Bavaria die Nase vorn.

von bongotom
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veröffentlicht in: Reisen, Bootstörns
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